UNSER NACHHALTIGKEITSVERSPReCHEN

Eine immer grössere Zahl von Menschen wünscht sich einerseits qualitativ hochwertige Nahrungsmittel zu attraktiven Preisen und andererseits einen umweltgerechteren Umgang mit unseren Ressourcen. Es wird zunehmend eine Herausforderung werden, auch den kommenden Generationen sicheren Zugang zu gesundem Essen und sauberem Wasser zu ermöglichen. Die Schweiz geniesst aufgrund ihrer klimatischen Bedingungen und dank dem Willen der gesamten Wertschöpfungskette Nahrungsmittel einen hohen Wohlstand – im Sinne einer nachhaltigen Landwirtschaft und einer gesunden Ernährung.

BELL IST TEIL DER BELL FOOD GROUP UND WIR ÜBERNEHMEN UNSERE VERANTWORTUNG

Damit wir als Unternehmen glaubwürdig und verbindlich bleiben, ist Transparenz bei der Nachhaltigkeit ein zentrales und wichtiges Element. Wir sind stolz, mit dem ersten Nachhaltigkeitsbericht 2019 die Grundlage für eine erste detaillierte und transparente Berichterstattung gemäss den Standards der Global Reporting Initiative (GRI) geschaffen zu haben. Die Nachhaltigkeitsstrategie der Bell Food Group bildet die Grundlage für unser Nachhaltigkeitsengagement.

Unsere Projekte

DIESER STALL IST ALLES ANDERE ALS GEWÖHNLICH

Seit Juli 2020 ist in Zimmerwald der neue Geflügelstall «BTSplus» von Bell in Betrieb. Der Stall ist Minergie-A-zertifiziert, vollständig energieneutral und soll dereinst neue Massstäbe setzen bei der Aufzucht von Mastpoulets. 

Im Juli 2020 hat Bell in Zimmerwald in der Nähe von Bern einen neuen Geflügelstall in Betrieb genommen. Das ist nicht besonders aussergewöhnlich, und auf den ersten Blick sieht der schmucke neue Stall ziemlich ähnlich aus wie ein normaler Geflügelstall. Auf den zweiten Blick wird aber schnell ersichtlich: Der Stall ist alles andere als gewöhnlich. Es handelt sich nämlich um einen Minergie-A-zertifizierten, vollständig energieneutralen Prototyp namens BTSplus, der dereinst neue Massstäbe setzen soll.

Das Konzept BTSplus ist eine Weiterentwicklung der bewährten Schweizer BTS-Haltung (Besonders Tierfreundliche Stallhaltungssysteme) mit neuen Technologien für eine energieeffiziente Aufzucht von Mastpoulets ohne CO2-Emissionen. «Bei BTSplus richtet sich der Fokus ganz klar auf die Ressourcenoptimierung beim Energieverbrauch», erklärt Stefan Werren, Projektleiter von BTSplus bei Bell. 

Das Herzstück bildet eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach, die rund doppelt so viel Energie liefert wie für den Betrieb des Stalls benötigt wird. Die restliche Energie wird für andere Betriebszweige genutzt oder ins öffentliche Stromnetz gespeist. Mit der Installation einer Wärmerückgewinnungsanlage wird die Abwärme der Tiere nutzbar gemacht. Die Abwärme erwärmt die Frischluft,die von aussen für die Klimatisierung des Stalls und der Wintergärten verwendet wird. Dadurch können rund 80 Prozent der benötigten Wärmeenergie eingespart werden. Die restlichen 20 Prozent werden durch die Wärmepumpe bereitgestellt, die mit Strom aus der eigenen Fotovoltaikanlage betrieben wird.

Weniger Emissionen und angenehmes Stallklima

Die Abluft des BTSplus-Stalls wird durch einen Biofilter gereinigt. Das sorgt dafür, dass Emissionen von Staub und Gerüchen bei laufendem Betrieb verringert werden und so die unmittelbare Umgebung weniger belastet wird. Der Stall und die Wintergärten werden mit vorgewärmter Frischluft von aussen versorgt. 

Mit diesem eigens für BTSplus entwickelten System herrscht im Stall und in den Wintergärten immer ein angenehmes Klima für die Tiere. Die Wintergärten sind unabhängig von der Aussentemperatur ganzjährig nutzbar und können von den Tieren zudem bereits nach wenigen Lebenstagen benutzt werden.

Pilotprojekt mit Zukunftscharakter

Mit dem Konzept BTSplus will Bell die bewährte Schweizer BTS-Haltung weiterentwickeln und einen Beitrag für eine energieeffizientere, CO2-neutrale Geflügelproduktion in der Schweiz leisten. Der BTSplus-Stall in Zimmerwald wird nun im Rahmen dieses Pilotprojekts ein Jahr getestet. Nach Abschluss der Testphase wird ausgewertet, inwiefern sich das Konzept BTSplus auf weitere Neubauten und bestehende BTS-Ställe von Bell ausweiten lässt.

Fakten  widerlegen Pauschalurteil

Bakterien, die gegen Antibiotika resistent sind, kommen weltweit immer häufiger vor. In den Medien und der öffentlichen Meinung wird häufig die Tierproduktion als Ursache für die Vermehrung dieser Bakterien angeführt. Eine plakative Aussage, die der Situation nicht gerecht wird, findet Prof. Dr. Roger Stephan von der Universität Zürich.

Bakterien sind winzige Lebewesen, die aus nur einer Zelle bestehen. Sie kommen überall vor und können zwischen Menschen, Tieren und der Umwelt übertragen werden. Sie können harmlos oder sogar nützlich sein, einige sind jedoch Erreger von Krankheiten. Zur Behandlung dieser Krankheiten werden in der Veterinär- und Humanmedizin Antibiotika eingesetzt. Sie hindern die Bakterien daran, sich zu vermehren, oder töten sie ab – sie müssen jedoch mit Bedacht eingesetzt werden. Wird ein Antibiotikum wahllos oder falsch an-gewendet, kann es seine Wirkung verlieren. Die unsachgemässe Behandlung mit Antibiotika kann dazu führen, dass Bakterien Resistenzen bilden. Durch genetische Mutationen erhalten die Bakterien neue Eigenschaften, die sie vor Antibiotika schützen. Es gibt Bakterien, die gegen mehrere oder auch alle verfügbaren Antibiotika resistent sind: Sie sind multiresistent. Meistens sind diese weder aggressiver, noch verursachen sie häufiger Infektionen als die nicht-resistenten Bakterien. Multiresistente Bakterien sind aber deshalb gefährlicher, weil im Falle einer Infektion ein Grossteil der Antibiotika nicht mehr wirkt.

Behandlungsrate in der Geflügelproduktion auf tiefem Niveau

In der Diskussion zur Zunahme von multiresistenten Bakterien ist der Einsatz von Antibiotika in der Tierproduktion eine oft genannte Ursache. Die Tatsache, dass multiresistente Bakterien beim Geflügel häufig gefunden werden, erzeugte in den Medien wiederholt ein grosses Echo.

Ohne Kenntnisse der genauen Sachlage werden in den Medien und in der öffentlichen Meinung vorschnelle Schlussfolgerungen gezogen, wonach die Situation auf einen übermässigen Einsatz von Antibiotika in der Tierproduktion zurückzuführen ist und die Geflügelmast hauptverantwortlich für die Resistenzen beim Menschen sei. Gemäss Prof. Dr. Roger Stephan vom Institut für Lebensmittelsicherheit und -hygiene der Universität Zürich werden diese plakativen Behauptungen der Situation jedoch nicht gerecht.

In der Schweizer Geflügelproduktion ist die Antibiotikabehandlungsrate international auf sehr tiefem Niveau: Weniger als jede 10. Herde erfährt eine Behandlung mit Antibiotika; 90 bis 95 Prozent müssen nie mit Antibiotika behandelt werden. Der Einsatz von Antibiotika als Wachstumsförderer wurde zudem sowohl in der Schweiz als auch in der EU bereits vor Jahren verboten. Von einem flächendeckenden, missbräuchlichen Antibiotikaeinsatz kann daher nicht gesprochen werden.

Weiter gilt es zu beachten, dass die in Schweizer Geflügelbeständen eingesetzten Wirksubstanzen in der Regel nicht die Resistenzen verursachen, die beim Menschen gefunden werden. Untersuchungen haben gezeigt, dass beim Menschen andere multi-resistente Typen dominieren als beim Geflügel.

Die richtige Küchenhygiene kann entscheidend sein

Der Ursprung und die Übertragungswege resistenter Keime sind heute noch nicht abschliessend geklärt. Bei der Einhaltung gewisser Verhaltensregeln ist die Gefahr einer Übertragung jedoch sehr gering. Dazu gehört vor allem die richtige Hygiene im Umgang mit Fleisch. Aufgetautes Fleisch sollte unter keinen Umständen wieder eingefroren werden. Rohes Fleisch gilt es grundsätzlich von bereits zubereitetem Fleisch sowie roh konsumierten Lebensmitteln zu trennen. Küchenutensilien müssen nach Kontakt mit rohem Fleisch jeweils gründlich mit heissem Wasser und Seife gereinigt werden – das gilt auch fürs Händewaschen. Für die Zubereitung von Geflügel macht es Sinn, ein separates Brettchen und Messer zu verwenden. Wichtig ist zudem insbesondere das richtige Erhitzen von Fleisch, denn beim Erhitzungsprozess (+ 70 °C) werden Bakterien abgetötet. Daher muss vor allem Geflügel vor dem Konsumieren entsprechend erhitzt werden.